WISSENSCHAFTLICHER KONGRESS

8. wissenschaftlicher interdisziplinärer Kongress für Dialogmarketing

Der wissenschaftliche Kongress des DDV findet in diesem Jahr an der Universität Hamburg statt, Gastgeber ist Prof. Dr. Kay Peters, SVI-Stiftungslehrstuhl für Dialogmarketing. Die ganztägige Veranstaltung wird am Mittwoch, dem 25. September stattfinden, das Programm wird im Juni 2013 veröffentlicht.

 

Spannende Diskussionen beim 7. wissenschaftlichen Kongress 

Eine breite Palette von Themen bot der diesjährige wissenschaftliche Kongress für Dialogmarketing: Das diesjährige Programm beschäftigte sich wieder mit ganz unterschiedlichen Forschungsbereichen: Von Geschäftsmodellen der Social-Media-Anbieter, den Auswirkungen des "Internet of Things" auf das Dialogmarketing und dialogorientiertem Marketing für Städte und Kommunen über die Spenderrückgewinnung und Online-Gewinnspiele bis hin zur Sprache in der interaktiven Kundenkommunikation. Die Referenten kommen u.a. vom „Gastgeber“, der Hochschule der Medien, von der TU Darmstadt, vom DMCC - Dialog Marketing Competence Center der Universität Kassel, vom Institut für Marketing der Universität Münster, sowie den Hochschulen Pforzheim und Furtwangen und der Fachhochschule Köln. Die rund 70 Teilnehmer des Kongress nutzen nicht nur nach jedem Vortrag die Gelegenheit, engagiert nachzufragen, sondern diskutierten auch in den Pausen lebhaft untereinander und mit den Referenten. Die Tagungsleitung lag - wie bereits in den Vorjahren - bei Dr. Heinz Dallmer.

Dr. Heinz Dallmer - leitete die Tagung souverän und kenntnisreich.

 

Rudolf Jahns im Gespräch mit Prof. Dr. Gert Hoepner und Prof. Dr. Thomas Asche

Im Anschluss an seinen spannenden Vortrag "Der Preis des Kostenlosen" diskutiert Prof. Peter Buxmann mit dem Tagungsleiter und den Kongressteilnehmern.

Mary-Victoria Gerardi-Schmid, Schirrmherrin des Alfred Gerardi Gedächtnispreises und Jury-Vorsitzender Bernd Ambiel.

Sandra Hake, Institut für Marketing, Westfälische Wilhelms-Universität Münster und Andreas Pasing-Husemann, buw Holding GmbH, stellten dasw Forschungsvorhaben "Sprache in der interaktiven Kundenkommunikation - eine empirische Analyse am Beispiel der Mobilfunkbranche" vor.

Prof. Dr. Marion Halfmann, Hochschule Rhein-Waal, referierte zum Thema "Dialogorientierung im Marketing für Städte und Regionen - Anwendungsfelder und Erfolgsvoraussetzungen aus Sicht regionaler Akteure."

Austausch in der Kaffeepause: Prof. Dr. Bernhard Denne, Prof. Dr. Andrea Mueller (beide Hochschule Offenburg) und Andras Kneiphoff, mediadress GmbH.

Prof. Dr. Rebecca Bulander und Prof. Dr. Bernhard Kölmel, beide Hochschule Prozheim, stellen sich den Fragen des Plenums nach ihrem Vortrag "Träumen Androiden von elektrischen Schafen? - Wie das "Internet of Services" und das Internet of Things" das Dialogmarketing verändern."

Der "Gastgeber" Prof. Harald Eichsteller mit Teilnehmern der Veranstaltung.

Die Preisträger des AGGP 2012 mit Mary-Victoria Gerardi-Schmid, Martin Nitsche (DDV-Vizepräsident Bildung und Forschung) und Bernd Ambiel (Vorsitzender der Jury).

Prof. Dr. Thomas Asche und Prof. Dr. Gert Hoepner schätzen den Kongress als Anregung für ihre Lehr- und Forschungstätigkeit.

Prof. Dr. Matthias Schulten, HFU Furtwangen, und Michaela Rauch, branddevelop GmbH, bereiten sich in der Kaffeepause auf ihren Vortrag "Erfolgreicher Einsatz von Online-Gewinnspielen im Dialogmarketing" vor.

Lena Wengerter, Gewinnerin des AGGP in der Kategorie "Beste Masterarbeit" beim Kurzvortrag zu ihrer Arbeit "Crossmedia: Integration von Online und Offline im Dialogmarketing".

 

Claus Mayer, ggk DialogGroup, hinterfragt die Thesen eines der Referenten.

 

 

Claus Mayer, gkk dialogGroup, Nina Huber und Prof. Dr. Heinrich Holland (beide Fachhochschule Mainz).

Martin Nitsche, DDV-Vizepräsident Bildung und Forschung, und Mary-Victoria Gerardi-Schmid, Schirmherrin des AGGP.

Alles über Mobile Tagging: Steffanie Rohr präsentiert die zentralen Aussagen ihrer Gewinner-Arbeit "Mobile Tagging" nicht nur mit Charts.

Moritz Parwoll (Uni Kassel), der sein Disserationsthema "Spenderrückgewinnung: Konzeptionelle Überlegungen und empirische Befunde zur Rückgewinnung abgewanderter Privat-Geldspender" auf dem Kongress vorstellte, diskutiert mit Dr. Christian Holst und Dr. Klaus Wilsberg (beide Siegfried Vögele Institut).

 

Prof. Dr. Bernd Skiera von der Goethe-Universität Frankfurt (ganz rechts) freut sich mit Bernd Ambiel und Mary-Victoria Gerardi-Schmid (vorne) über die beiden AGGP-Gewinner "seines" Lehrstuhls: Dr. Christina Schulze (hinten links) und Steffen Walter (hinten Mitte).

Rückblick 2010

 

Rückblick 2010

Der Medienstandort Offenburg ist ein gutes Pflaster für den DDV. Fünf Verbandsmitglieder kommen allein aus Offenburg, Burda direct, Printus, eXetera, F&S sowie die Hochschule Offenburg,  an der am 4. Oktober der 5. wissenschaftliche interdisziplinäre Kongress für Dialogmarketing des DDV stattfand.

 

Die Tagung, die sich mittlerweile fest als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft etabliert hat, konnte nicht nur mit einem bemerkenswerten Jubiläum punkten, sondern auch mit vielen interessanten Vorträgen. Erstmals hatten sich auch weit mehr als 120 Teilnehmer für die Veranstaltung angemeldet. Unter den Gästen waren die Oberbürgermeisterin der Stadt Offenburg, Edith Schreiner und Staatssekretär Dr. Dietrich Birk.

 

  

Den Auftakt der Veranstaltung bildete das Referat von Professor Dr. Jürgen Taeger, Direktor des Instituts für Rechtswissenschaften am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht sowie Rechtsinformatik, Universität Oldenburg.
Der Datenschutzexperte nahm die Einwilligungsregelungen im Dialogmarketing unter die Lupe, die seit Inkrafttreten der Datenschutznovellen 2009 gelten. Diese, machte Taeger unmissverständlich deutlich, seien „kein großer Wurf“ gewesen, und zielte dabei auf die Rechtsunsicherheit bei der Auslegung ab, die das Gesetz mit sich bringe. Das Listenprivileg sei durch verschiedene Ausnahmeregelungen als „neues Listenprivileg“ erhalten geblieben, das die Übermittlung der Daten für Zwecke der Werbung durch Dritte weiter ermögliche. Zwar sei die Situation des Adresshandels schwieriger geworden, da er neue Wege - zum Beispiel über Einwilligungslösungen - finden müsse, den "Tod des Adresshandels" kann Taeger jedoch nicht sehen. Für viele Teilnehmer aus dem Adressgeschäft war dies eine interessante und positive Interpretation.
Im Hinblick auf die Überarbeitung der EU-Datenschutzrichtlinie setzt sich Taeger für Transparenz und Berücksichtigung der Verbraucherinteressen bei verhaltensbezogener Online-Werbung ein. Wie diese am Besten zu erreichen seien, sei noch zu diskutieren. Der Rechtsexperte wies in seinem „Plädoyer gegen die Beschneidung von Einwilligungslösungen“ jedoch generell überzogene Erschwernisse wie etwa eine schriftliche Bestätigung deutlich zurück. Statt der bisher in Gesetzen üblichen allgemeinen Regelungen, offenbare sich zunehmend die Tendenz des Gesetzgebers, alles im Detail zu formulieren, so dass Auslegung kaum mehr möglich sei. Gerade im EU-Raum sieht Taeger noch „deutlich stärkere Restriktionen“ auf die Branche zukommen.

 

   

Dr. Tobias Schäfers, Lehrstuhl für Strategisches Marketing an der European Business School EBS, beleuchtete anschließend aus empirischer Sicht den Zusammenhang zwischen Marktnischen und Dialogmarketing.
Zunächst stellte der Juniorprofessor die wachsende Bedeutung von Marktnischen heraus, die durch den Trend zum Individualisierungstreben des Verbrauchers unterstützt werde. Aufgrund des Erfordernisses einer stärker individualisierten Ansprache zeigten Anbieter von Nischenprodukten eine Affinität zum Dialogmarketing. Die Affinität des Verbrauchers, der Nischenartikel bevorzugt, zu Dialogmarketing sei bisher allerdings noch nicht wissenschaftlich belegt worden.
In seiner Forschung, die die EBS mit Unterstützung der gkk group durchgeführt hatte, konnte Schäfers nun die Hypothese, dass eine solche Affinität tatsächlich besteht, bestätigen, und hat damit eine gefühlte Wahrheit empirisch untermauert.

 

 

Professor Dr. Larissa Greschuchna von der Hochschule Offenburg (auf dem Foto gemeinsam mit Moderator Dr. Heinz Dallmer zu sehen) gab bei ihrem „Heimspiel“ eine Einführung in die Grundkenntnisse des Investitionsgütermarketing.
Sie hob die Bedeutung des Dialogmarketings als Bestandteil eines integrierten Marketings für diesen Wirtschaftsbereich hervor, um Probleme wie Produktpiraterie oder Steigerung der Profitabilität zu lösen.
Gleichzeitig stellt sie fest, dass viele Unternehmen die Wichtigkeit des Einsatzes noch nicht erkannt hätten und eine Integration noch nicht stattfände.

 

   

Nach der Mittagspause setzte das Programm den Themenschwerpunkt Online-Marketing: Den Anfang machte Petra Bouvain, Assistant Professor an der Universität Canberra, mit einer Untersuchung über die Bedeutung des Word-of-Mouth-Marketing (WOM) beim Einsatz auf Hotelbuchungs- und Bewertungsportalen.
Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Frage, wie man einen positiven WOM-Effekt erreicht. Die australische Internet-Marketing-Expertin hat zehn Booking- und Ranking-Websites für Berlin und Sydney untersucht. Daraus ließen sich u. a. folgende Ergebnisse ableiten, die ein Blitzlicht auf das noch recht unbekannte Marketing-Feld des WOM werfen: Das Monitoring durch die bewerteten Hotels ist extrem wichtig, um auf negative Bewertungen direkt zu reagieren, etwa durch eine „Entschuldigung“ per Twitter oder über andere Social-Media-Kanäle. Doch selbst gute Wertungen machen noch keine Empfehlung aus! Die Ergebnisse warfen jedoch mehr Fragen auf, als sich Ergebnisse formulieren ließen.

 

 

Um WOM ging es auch im Referat von Tina Anschütz, Burda Medien, und Professor Dr. Ralph Sonntag von der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Dresden. Der Erfahrungsbericht über den Freundeskreis der Zeitschrift „Lisa“ wurde durch Ergebnisse einer WOM-Kampagne im Studentenumfeld flankiert und wollte Antworten auf folgende Fragen liefern: Gibt es Kennzeichen typischer Opinion Leader? Wie sieht es mit einer Rangfolge von WOM-Instrumenten aus? Das Ziel: Kriterien zu finden, um WOM als kalkulierbare Größe in die Mediaplanung einzubeziehen. Den Referenten zufolge laufen WOM-Kampagnen besonders effektiv, wenn die Teilnehmer etwa in einem Verein aktiv sind und der Multiplikationseffekt besonders hoch ist. Die Regel lautet: Je mehr „Freunde“, desto größer ist der WOM-Effekt. Als bestes WOM-Instrument ließen sich Blogs identifizieren.

 

 

Andrea Ahlemeyer-Stubbe, Lehrbeauftragte für CRM-Marketing und Datamining an den Hochschulen Aalen und Offenburg, widmete sich dem spannenden Thema „Vollautomatisches Predictive Trageting und Modellierung des Realtime-Online-Verhaltens“.
Die Statistik-Expertin gab wertvolle Tipps für die Anwendung eines erfolgreichen Targetings, um Bannerplätze optimal einzusetzen, und zeigte zudem die kritischen Erfolgsfaktoren auf: A und O sei eine genaue Kenntnis über das Surfverhalten des Users, um ihn situativ „richtig“ ansprechen zu können. Zudem komme es auf die rechtzeitige, also zeitlich und situativ richtige Platzierung von Bannern an, um jede der anvisierten Zielgruppen optimal anzusprechen. Die Referentin warnte vor übereilten Schlüssen - wichtig für einen „Lerneffekt“ sei es, mindestens 300 Clicks abzuwarten.

 

 

Professor Dr. Michael Ceyp und Juhn-Petter Scupin von der Fachhochschule Wedel setzten mit ihrem Vortrag über Social Media Marketing (SMM) den Schlusspunkt der Veranstaltung.
Sie stellten die Frage, ob SMM ein neues Marketingparadigma seien und damit das bisherige Marketing „auf den Kopf“ stelle. Schließlich ließe sich konstatieren, dass SMM den Verlust der informativen Herrschaft von Unternehmen bedeute. Durch die Dynamik, Vielfalt und Komplexität des Netzes, sei gewährleistet, dass es im Internet „kein kollektives Vergessen“ gebe. Aus verschiedenen Definitionen leiteten Ceyp und Scupin jedoch ab, dass sich SMM sehr wohl über die herkömmlichen Marketingmodelle abbilden lässt. Marketingethik werde jedoch im SMM „eine Renaissance“ erleben, da Lügen im Netz schnell entlarvt würden.

  

 

Ein Programm-Highlight des wissenschaftlichen Kongresses war auch die Verleihung des Alfred Gerardi Gedächtnispreises. Zum 25. Jubiläum gab es fünf Preisträger. Diese nahmen ihre Auszeichnungen von Victoria Gerardi-Schmid vom Offenburger Unternehmen Printus entgegen. Printus-Unternehmer Hans R. Schmid, der den AGGP und den wissenschaftlichen Kongress bereits seit Jahren unterstützt,  ermöglicht es auch, dass  die Hochschule Offenburg sich in Forschung und Lehre künftig intensiver dem Dialogmarketing widmen wird. Möglich macht dies eine Stiftungsprofessur für Direct Marketing und E-Commerce an der Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen. 

 

Der Kongress wird erst durch das Engagement einer ganzen Reihe von Partnern ermöglicht, bei denen sich der DDV ganz herzlich bedankt. Premiumsponsor ist die Printus GmbH. Sponsoren und Partner: acxiom Deutschland GmbH, BVDW, Dialog Marketing Verband Österreich - DMVÖ, gkk DialogGroup, Jahns and Friends, JCG Consulting Group, marancon, SAS Deutschland GmbH, SDV Schweizer Direktmarketing Verband, SVI Siegfried Vögele Institut.

Medienpartner: acquisa, marketingBÖRSE, ONEtoONE.

Rückblick 2009

Rückblick 2009

Im vergangenen Jahr fand der 4. wissenschaftliche interdisziplinäre Kongress für Dialogmarketing am 22. September an der Universität Erlangen-Nürnberg statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Hermann Diller wurden verschiedene Highlights der aktuellen Forschung rund um das Dialogmarketing vorgestellt. Der Blick über den Tellerrand in andere Disziplinen war ebenfalls garantiert. Tagungsleiter war - wie in den vergangenen Jahren - Dr. Heinz Dallmer.

 

Die Preisträger des Alfred Gerardi Gedächtnispreises AGGP wurden auf dem Kongress für ihre Leistungen geehrt.

Dr. Heinz Dallmer, Referentin Prof. Dr. Gabriele Theuner, Prof. Dr. Hermann Diller (wiss. Leiter).

DDV-Vizepräsident Martin Nitsche und Bernd Ambiel, Ambiel Direkt-Marketing-Beratung, Waldbronn und Vorsitzender der AGGP-Jury.