DDV Suche

"Ein Verband muss sich jederzeit weiterentwickeln, um ein Ansprechpartner auf Augenhöhe zu sein"
"Ein Verband muss sich jederzeit weiterentwickeln, um ein Ansprechpartner auf Augenhöhe zu sein"

Nach einem intensiven Prozess der Analyse, Diskussion und Konzeption hat die Mitgliederversammlung des Deutschen Dialogmarketing Verbands (DDV) im März 2026 mit großer Mehrheit eine neue Struktur beschlossen. Mit den Circles führt der Verband eine neue Form der thematischen Zusammenarbeit ein.
Im Interview sprechen die beiden Präsidenten des DDV, Patrick Tapp und Martin Nitsche, über die Hintergründe der Entscheidung, den Weg dorthin und warum das mehr ist als eine strukturelle Reform.
Herr Tapp, Herr Nitsche, warum braucht der DDV eine neue Struktur?
Patrick Tapp: Weil sich die Rahmenbedingungen für Marketing und Kommunikation fundamental verändert haben: technologisch, regulatorisch, aber auch organisatorisch. Dialogmarketing ist heute vielschichtiger, dynamischer, vernetzter. Diese Realität spiegelte sich in unseren bisherigen Strukturen nicht mehr ausreichend wider. Unser Anspruch ist es, als Verband nicht nur Schritt zu halten, sondern auch einen Schritt vorauszudenken. Nicht nur mit den Themen, sondern auch mit der Art, wie wir sie bearbeiten.
Martin Nitsche: Und weil unsere Mitglieder es verdient haben, in einem Verband organisiert zu sein, der Orientierung bietet und zugleich offen für Mitgestaltung ist. Wir haben erkannt: Was früher gut funktioniert hat – feste Gremien, klar abgegrenzte Themen – passt heute nur noch bedingt. Stattdessen braucht es mehr Flexibilität, mehr thematische Durchlässigkeit, aber auch klare Zuständigkeiten und Verbindlichkeit. Ein Verband muss sich jederzeit weiterentwickeln, um ein Ansprechpartner auf Augenhöhe zu sein. Das neue Circle-Modell ist unsere Antwort darauf.
Was genau ist unter dieser neuen Circle-Struktur zu verstehen?
Martin Nitsche: Die Circles sind thematische Arbeits- und Austauschplattformen. Jeder Circle bündelt Fachwissen, Erfahrung und Perspektiven aus unterschiedlichen Mitgliedsunternehmen zu einem konkreten Themenfeld. Sei es Customer Experience, digitaler Dialog, NGO-Kommunikation oder datengetriebenes Printmarketing. Im Gegensatz zu den bisherigen Kompetenz-Centern arbeiten die Circles in einer einheitlichen Struktur, mit definierten Rollen, klarer Governance und dennoch hoher Flexibilität.
Patrick Tapp: Was uns wichtig war: Es handelt sich nicht um eine komplette Abkehr vom Bestehenden, sondern um eine durchdachte Weiterentwicklung. Inhalte, Netzwerke, Know-how: all das bleibt erhalten. Aber wir schaffen eine neue Form, die dem gewachsenen Anspruch und der Komplexität unserer Themen besser gerecht wird.
Wie sah der Weg dorthin aus? Gab es Kritik oder Widerstände in der Mitgliedschaft?
Patrick Tapp: Zunächst einmal: Der Weg war – wie es sich für einen Verband gehört – geprägt von Beteiligung. Wir haben frühzeitig begonnen, Fragen und Erwartungen aus der Mitgliedschaft aufzunehmen. Es gab Dialoge mit den Vorsitzenden der bisherigen KCs, Workshops, Diskussionsrunden, und zuletzt ein umfangreiches FAQ, das wir auf Basis der Rückmeldungen erarbeitet haben.
Martin Nitsche: Natürlich gab es auch kritische Fragen, etwa zur praktischen Umsetzung oder zur konkreten Ausgestaltung einzelner Circles. Aber das ist wichtig und richtig. Genau diese Diskussionen haben die Reform besser gemacht. Am Ende war das klare Votum der Mitgliederversammlung auch ein Vertrauensbeweis: für den Weg, den wir gemeinsam gegangen sind.
Was ist aus Ihrer Sicht das größte Potenzial des neuen Modells?
Martin Nitsche: Dass wir als Verband schneller, klarer und relevanter werden. Die Circles ermöglichen eine frühzeitige Bearbeitung neuer Themen, sie machen Know-how und Ergebnisse sichtbarer und sie erleichtern es neuen Mitgliedern, sich zu orientieren und einzubringen. Kurz gesagt: Die Mitgliedschaft wird greifbarer, erlebbarer, wertvoller.
Patrick Tapp: Außerdem stärken Circles den fachlichen Kern des DDV. Denn sie verbinden Expertise mit aktiver Beteiligung. Jedes Mitglied kann sich je nach Interesse, zeitlicher Kapazität oder fachlichem Fokus einbringen. Das ist nicht nur partizipativ gedacht, sondern auch strategisch klug: Wir wollen ein Verband sein, der sich permanent weiterentwickelt – mit seinen Mitgliedern, nicht über sie hinweg.
Gibt es schon erste Erfolge oder Signale, dass das Modell greift?
Patrick Tapp: Ja. Bereits im Vorfeld der Abstimmung wurden erste Circle-Profile aus bestehenden KCs heraus oder durch Zusammenführungen entwickelt. Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel Engagement und Ideenreichtum die Mitglieder sich eingebracht haben. Wir spüren: Das Interesse ist da. Die neue Struktur setzt Energie frei.
Martin Nitsche: Und wir sehen, dass auch neue Themen und Formate entstehen, weil die Circles bewusst offen angelegt sind. Sie können dauerhaft bestehen oder temporär, etwa wenn es um Themen wie KI, Nachhaltigkeit oder neue regulatorische Anforderungen geht. Das schafft Innovationspotenzial.
Was wünschen Sie sich für die kommenden Monate?
Martin Nitsche: Dass viele Mitglieder die Chance ergreifen, sich in den Circles zu engagieren, sei es als Sprecherin oder Sprecher, als Mitwirkende oder einfach als Teil einer Community. Und dass die Circles auch über den fachlichen Austausch hinaus zu Orten werden, an denen sich Zusammenarbeit und Verbandskultur neu entfalten.
Patrick Tapp: Wir wünschen uns, dass das Modell zum gelebten Standard wird. Nicht, weil wir es beschlossen haben, sondern weil die Mitglieder es als hilfreich erleben. Wenn das gelingt, dann haben wir nicht nur eine Strukturreform umgesetzt, sondern einen echten Schritt in die Zukunft gemacht.
Herr Tapp, Herr Nitsche – vielen Dank für das Gespräch.
Ihre Ansprechpartner
Gerne stehen die Mitarbeiter der DDV-Geschäftsstelle für Ihre Fragen zur Verfügung. Hier finden Sie die direkten Kontakte für häufige Fragen. Eine Liste aller Mitarbeiter finden Sie auf der Seite Geschäftsstellen.
Martina Rambach
E-Mail: m.rambach@ddv.deTel: 069 401 276-522
Fax: 069 401 276-599
Franz Peter Altemeier
E-Mail: fp.altemeier@ddv.deTel: 030 509 3209-44
Fax: 030 509 3209-55

